Studien

hände, 2025

Format: div.

hände

hände formen worte, sie sind in der lage buchstaben zu lesen, sie können zeichen schreiben und visualisieren text. die einen sind zart und fein, die anderen grob und markant. bei manchen ziert ein frisches rot die nägel. die linien in der handinnenfläche plaudern von zukünftigem. hände können streicheln und schlagen: die faust symbolisiert den kampf. in höhlen finden sich erste zeugnisse bildender kunst: handabdrücke hinterlassen individuen, markieren ein «ich».

«in der vergangenheit noch nie erzählter traum»:
«ich: giraffe, zebra, schmetterling».

 

in welcher sprache will ich den traum erzählen?

  • mit der gebärdensprache?
  • mit der brailleschrift?
  • mit der chinesischen kalligrafie?
  • mit dem deutschen?

 

der traum: dass ich mich zuerst verwandelt habe in einen giraffen, dann in ein zebra und schliesslich in einen schmetterling.

 

da ist sie: die identität: zack! ein fingerabdruck…und ein wieder landen bei den händen…

der botanische garten:
das leben in den schauhaus-kuppeln,
2024

Format: A3

ein fragment

fremd (die hieroglyphen)

exotisch (der dunkle teint einer nofretete)

zart (die faserung eines blattes)

filigran (das zusammenspiel von blätterwerk)

verzaubernd (die farbtöne einer blüte)

inspirierend (die formgebung einer kaktee)

geheimnisvoll (das rascheln und vibrieren der blätter in der dampfenden luft)

wo befinden sich unsere wurzeln? wo sind wir zuhause?

wir brauchen: ein gewächshaus um zu überleben: ohne die klimatischen anpassungen würden wir verenden.

wir sind aber integriert!

haben asyl: und sensibilisieren die sinne für das andersartige.

haben wir manchmal heimweh?

ja! manchmal sehnen wir uns nach dem tiefen dschungel. der stillen wüste und einem wilden affen. einer grazilen antilope. einem kolibri. oder einem pfeilgiftfrosch.

 

Marionette, 2024

Technik: Faden, Öl auf Papier

«Der Lebensbaum, auch Baum des Lebens genannt, symbolisiert Hoffnung und Wachstum. Laut der keltischen Mythologie verbindet er den Himmel und die Erde und verankert dadurch Weisheit mit Tradition. Bäume waren für die Kelten generell von hoher Bedeutung – das keltische Baumhoroskop ist auf verschiedenen Bäumen aufgebaut, die unterschiedliche Eigenschaften darstellen. Der Baum des Lebens soll uns an unsere Wurzeln erinnern. Gleichzeitig steht er für Weiterentwicklung und Fortschritt.»

die MARION, die MARION, die MARION die an einem seidenen faden tanzt was für eine NETTE.

«never let me down again» so besingt depeche mode den rausch. der mensch: in vertretung der «marion» – ist zu einer marionette mutiert – «nett» im sinne von abhängig, fremdgesteuert und seelenlos. die droge dirigiert. aber auch die bösen mächtigen lassen den menschen an fäden tanzen. schon hannah arendt thematisierte dieses erscheinungsbild der «marionette» im prozess gegen einen SS-soldaten: so sei er opfer einer hirnwäsche geworden, jeder handlungs- und urteilsfähigkeit beraubt.

meine bilder, aufgenommen in der langstrasse zürich und in der bäckeranlage zürich, sprechen vom traum und der hoffnung die eigene identität zu bewahren: das keltische zeichen: «der lebensbaum» soll dabei mein werk begleiten.

Das Bad Utoquai, 2024

KATHI UND CRISTIAN

BILDER EINER FREUNDSCHAFT

ort des geschehens: «das bad utoquai»

mit der fotokamera in der hand habe ich mich aufgemacht ins bad utoquai, um bilder einzufangen. bilder einer freundschaft. ein kühler wind bläst. es ist winter. geheimnisumwittert der nebel über dem see. die schiffe schaukeln und glitzern im fahlen lichte.

ich lausche dem schweigen, dem lachen und dem weinen. den worten, die noch über dem wasser tanzen.

war es für hermann hesse, hugo ball und emmy hennings die treppe im tessin, ist es für euch der steg am zürichsee.

ich widme euch diese bilder im namen «der möve», so ist doch die möve euer symbolbild für «die freiheit».

good news, 2023

Format: A4
Technik: Öl auf Pauspapier unterlegt mit Papier

zeitung. skizzen. realität und fiktion. geheimnis.

nachrichten flattern rein: vorwiegend düstere, traurige, beunruhigende, schwarze. bilder von krieg und schrecken, von unterdrückung und tod. ich nehme den pinsel zur hand und bespiele das papier mit farbe. ich skizziere das traurige, das hoffnungslose und übersetze es in eine andere sprache: in die eines gedichtes: in ein stück poesie: das tier soll dabei als leitfaden wirken: farbenprächtig präsentiert der pfau sein rad. sei der pfau also das symbolbild für «glück»! das bunte und skizzenhaft-abstrakte der bilder soll das dunkle wegwischen, das angst schürt und ja! lass uns im gegenzug zusammen singen. sei die nachtigall also das symbolbild für «liebe»!

es sind skizzen basierend auf fotografien aus einer tageszeitung. meine arbeit steht im zeichen des tieres: ich transzendiere die bilder in den raum einer anderen realität: ins reich der phantasie und ins reich des traumes. mit dem symbolbild eines pfau’s und einer nachtigall. die fiktion vom guten soll gewinnen! blubbert der goldfisch. das böse soll also verschwinden. die vielen beine vom tausendfüssler sprechen für sich: bleiben wir dran: geben wir nicht auf!

die baustelle, 2023

Format: A3

«Linoleumbilder»

rauch steigt auf. langsam verbreitet er sich im raum. die luft flirrt über dem heissen asphalt. ein brummen und hämmern jagt durch die himmlische sphäre. worte pochen in meinem kopf: erneuerung! reparation! wiedergeburt! die baustellen im gehirn. ein leichtes ziehen ist zu spüren. manchmal auch ein klopfen und stossen. die zellen, synapsen und nerven vibrieren. sie suchen kontaktstellen: seele! geist! lebe!

fünf edelsteine, 2022

«Fadenbilder»

rauch steigt auf. langsam verbreitet er sich im raum. rauchkringel bilden gestalten – erzählen uns von nymphen, geistern und gnomen. sie kommen und fliehen. ich erinnere mich: ein mädchen unter einem sonnenschirm hinter einer bergsilhouette. zarte schönheit, fragiles auftreten. ich habe mich aufgemacht in die berge, um der engen und flirrenden luft der grossstadt zu entfliehen. du hoffst in der frischen umgebung der felsen und blumen zur ruhe zu kommen. rauch steigt auf. nebel. er sieht die verschwommenen umrisse einer gestalt auftauchen und verschwinden. war es das mädchen? sehnsucht erfasst mich. sehnsucht nach einer berührung, nach nähe. es glitzert: fünf edelsteine erscheinen mir.

der traum, 2019

Studien zu Venedig, 2015–2018

Anfänge

angefangen hat alles mit unzähligen fotoarbeiten. ich dokumentierte alles: die bewegung des wassers, blätter im winde, elemente der architektur, aber auch menschen und landschaften.

dann begann ich zu malen.

ich malte zunächst, liess dann kopien anfertigen, übermalte wieder, liess wieder kopien anfertigen und übermalte wieder. dann liess ich einzelne elemente wie zum beispiel «das wasser» in abstrahierter form einfliessen und es entstanden collagen. oder ein gitterelement verwandelte sich in ein mandala: so entstanden unzählige vorlagen und serien, die ich später anfing in linoleum zu gravieren.

wir bewegen uns in einer welt der bilderflut und der montage. was realität und was fiktion ist bleibt oft eine offene frage. meine bilder sollen den möglichkeitssinn anregen.

sei venedig die quelle der inspiration!

«Traumwasser
voll ertrunkener Tage
Traumwasser
steigt in den Strassen
Traumwasser
schwemmt mich hinweg»

Hilde Domin

Installationen 2, 2014

metall. kuben. ovid. wandlung. metamorphose. sehnsucht. geheimnis.

Installationen 1, 2014

metall. objekte. kaffeehaus. plauderwelten. die physiker von dürrenmatt. die innenwelt der aussenwelt der innenwelt. realität und fiktion. geheimnis.

schach telwelten, 2010

ausgehend von einem schachbrett entwickelte ich eine utopische welt, in der es nicht um fressen und gefressen werden geht, sondern um ein friedliches koexistieren. jede figur, ob schwarz oder weiss, hat platz in dieser welt. jede schachtel repräsentiert einen traum. träume, die zuweilen bruchstückhaft und zusammenhangslos anmuten, gleich unseren nächtlichen erfahrungen im schlaf. träume aber auch, die mit wunschträumen in verbindung gebracht werden können. und schliesslich träume, die als tagträume im kopf schwirren.